Strand, Wetter und Pannekoeken oder war´s doch das Salzwasser?

Frauchen denkt ja immer, wir brauchen viel Abwechslung, soziale Kontakte und spannende Spaziergänge. Gestern war wieder so ein Tag. Das Wetter, was sich hier weder zuverlässig an den Wetterbericht hält, noch dass eine stabile Wetterlage für einen ganzen Tag bleibt, war morgens regnerisch und windig. 

Kurz vor 12 Uhr stoppte der Regen und Frauchen nahm die Gelegenheit wahr mit uns über die Insel zu fahren, um neue Wege zu erkunden. 
Zufällig entdeckten wir einen kostenfreien Parkplatz, was es hier kaum gibt am Grevelmeer und sind durch den Brouwersdam zur Nordsee gelaufen. Klingt weiter, als es war. Ihr wisst ja, ich bin nicht mehr so gut zu Fuß und gestern war überhaupt nicht mein Tag. Tatsächlich war der Weg nicht lang und auch durch die Dünen recht kurz und flach. Hier gilt die Bestimmung, dass wir zwischen 10:00 und 19:00 Uhr am Strand an der Leine laufen sollen. Daran hält sich Frauchen. Verwundert schweifte mein Blick über den Sandstrand. Der Regen hatte sich verzogen und die Sonne blitzte hinter den Wolken hervor. Viele, viele Fellnasen mit ihren Bediensteten gingen hier spazieren. 

Doch, wie kommt´s? Die meisten durften ohne Leine durch den Sand springen. Hm… Abby und ich waren sichtlich irritiert. Wir mögen es nicht, wenn wir an der Leine von vermeintlichen Hundekumpels zum Spielen aufgefordert oder fast überrannt werden. 

Zum Glück ging es recht ruhig zu und wir konnten gemütlich ein gutes Stück ohne Störungen gehen. Frauchen wurde von einer unbekannten Dame aus dem Saarland in ein einseitiges Gespräch verwickelt. Frauchen interessiert sich nicht sonderlich, über den Enkelnachwuchs fremder Menschen. Leider sind wir deshalb ein Stück zu viel gelaufen, bevor wir die anhängliche Frau abschütteln konnten. Ihr Mann, der vorweg lief, war wohl ganz froh, dass er für kurze Zeit seine hatte. 

Ich war erschöpft… wurde es doch immer wärmer und der ganze Rückweg lag noch vor uns. Sehr, sehr gemächlich trotteten wir zum Wagen zurück. Immer wieder schlabberte ich einen Schluck Salzwasser. Frauchen konnte es nicht verhindern. Ich liebe es, Wasser überall zu trinken, nur nicht aus dem Napf zu Hause. Geht es euch auch so? Hunger stellte sich bei Mami ein und wir fuhren ins nahe gelegene Pannekokenhaus. 
Stark für Touristen umworben, mit einer schönen alten Windmühle angrenzend dekoriert, waren wir doch etwas enttäuscht. Der Chef des Hauses begrüßte uns und wollte uns einen windigen Platz im Freien zuweisen. Mami ist hier sehr konsequent. Wenn sie essen geht, sollte der Sitzplatz zum Wohlfühlen für alle sein. Er hat uns nach drinnen geleitet und uns direkt neben den Eingang gegenüber von der Bar, an der alle Getränke lautstark zubereitet werden und dahinter noch eine offene Küche ist, geführt. Grmpf… nach 10 Minuten packte Frauchen alle Sachen und ging nach draußen. Der Wind hatte nachgelassen und die Sonne wärmte den Platz. Die genervten Blicke des Personals waren uns sicher. Vorbildlich lagen wir unter dem Tische und sonnten uns. Das Essen war ok – wir durften probieren. Vielleicht war es auch der Pfannenkuchen? 

Zu Hause angekommen, fix und fertig war ich, schlief ich den Rest des Tages. Selbst zum Abendspaziergang konnte Frauchen mich nur 10m vor und zurück bewegen. Die Nacht war entsprechend bescheiden. Schlechte Träume, sehr unruhig und verwirrt war ich. 
Ich hatte das schon Mal vor einem halben Jahr, dass ich nachts nicht mehr wusste, wo ich war und den Spiegel oder die Tür angeschaut habe. Frauchen versucht dann alles mich zu beruhigen. Ich bekomme jetzt wieder meine pflanzlichen Beruhigungspillen. Morgens um 4:00 Uhr wollte ich raus. 

Als ich nicht zurück kam, suchte Frauchen mich im Dunkeln. Zu allem Übel stolperte sie hinterm Haus über schlecht verlegte Steinplatte und verletzte sich den großen Zehen. Ich stromerte derweil in Nachbars Garten umher. Sehr wütend fing sie mich ein und merkte dabei nicht, dass der Zehen stark blutete. Erst zurück im Haus sah sie den ganzen Schaden. Pflaster und ein dickes Handtuch mussten herhalten, damit wir noch ein wenig schlafen konnten. Ich war derweil wieder entspannter und schlummerte schnell ein. 

Heute bekommen wir Besuch! Frauchens Freundin, noch aus Berliner Zeiten, kommt uns mit zwei jungen Whippetmädels besuchen. Sie wird wohl Pflaster und Desinfektionsmittel für Mami mitbringen und ich darf die Mädels bezirzen. Es geht mir wieder besser und ich denke, ich werde mich von meiner besten Seite zeigen können. Natürlich erhaltet ihr die Tage einen ausführlichen Bericht und hoffentlich ein paar schöne Strandbilder. 

Einen schönen Sonntag wünscht euch Otto*

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